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Ergebnisbericht
zum STUBE-Seminar "Projektmanagement" 24.-26. November 2006 in Worms 1. Organisation Das Thema war von Studierenden unseres Wormser Lokalkomitees vorgeschlagen worden, und wir haben das Seminar gemeinsam im Lokalkomitee vorbereitet. Dazu waren mehrere Sitzungen ab dem Wintersemester 05/06 nötig. Schwierig war, dass die Vorbereitungsgruppe immer wieder neu zusammengesetzt war. Trotzdem war die Vorbereitung sehr intensiv und fruchtbar, denn die Studierenden formulierten ihr Interesse und die Fragestellung für das Seminar klar und hatten gute Ideen für die Umsetzung. Erstes Ziel war inhaltlich zum Thema Projektmanagement zu arbeiten. Was ist ein Projekt? Wie wird ein Projekt geplant und durchgeführt? Welche Konzepte für Projektmanagement gibt es? Als Zweites wollten die Studierenden etwas über die Besonderheiten von Projektmanagement in der Entwicklungszusammenarbeit erfahren. Hier gab es bereits Vorkenntnisse und eigene Erfahrungen, denn einige der Studierenden hatten bereits in NGOs mitgearbeitet oder eigene Projekte im oder für ihr Heimatland organisiert (Alphabetisierungskurse, Sammeln und Verschicken von Hardware). Die Studierenden waren auch an der Auswahl geeigneter Referent/innen beteiligt und wünschten sich schließlich eine Referentin, die selbst schon in Entwicklungshilfeorganisationen mit Schwerpunkt Projektmanagement in mehreren afrikanischen Ländern gearbeitet hatten und es war toll, dass Frau Doris Blank schließlich zusagen konnte. Da wir erwarteten, dass ein Großteil der Teilnehmenden Wormser Studierende sein würden, und vor allem aus Kostengründen, haben wir uns entschieden - dass erstens jede/r bei sich daheim übernachten sollte und Gäste von außerhalb bei hiesigen Teilnehmer/innen aufgenommen werden sollten - dass wir uns selbst versorgen würden. Die Übernachtungen gingen auf, den Einkauf hat Pfrin. Mohri erledigt, gekocht haben sehr, sehr gut Mahamat Abakar und Corinne Ngou. 2. Programm - Ablauf Freitag, 24. November bis 17 Uhr: Anreise; Treffen im Kanal 70, Kennenlernen 18 Uhr: Abendessen 19 Uhr: erste Arbeitseinheit: Was ist ein Projekt, was ist Projektmanagement? Pfrin. Dr. Erika Mohri Projektmanagement. Power-Point-Präsentation von Patricia Pérez. Ende: 21.30 Uhr Samstag, 25. November 8 Uhr: Frühstück 9.30 Uhr: Doris Blank: Projektmanagement I Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit. Akteure, Projektzyklus. Übung: Entwicklung eines eigenen Projektes / Fallbeispiel 12.30 Uhr: Mittagessen, Mittagspause 14 Uhr: Doris Blank: Projektmanagement II Auswertung der Fallbeispiele mit besonderem Augenmerk auf den Zielformulierungen. Feed-back. 18 Uhr: gemeinsames Kochen, Essen, spülen! Sonntag, 26. November Vormittags: Informationen über STUBE. Berichte aus den Lokalkomitees Auswertung 12.30 Uhr Mittagessen Abreise 3. Inhalte und Ergebnisse Erste Arbeitseinheit zum Verständnis von "Projekt" und "Projekt-Management". Ergebnis: gute Vorkenntnisse und Erfahrungen mit "Projekten" haben wir schon. Einzelne Begriffe sind in unterschiedlichen Konzepten verschieden; wichtig ist gute Kommunikation, damit man wirklich gelingend zusammen arbeitet. Neu: Projektmanagement ist ein Konzept (und nicht die Tätigkeit eines/einer Leiters/Leiterin). Jede/r einzelne Mitarbeiter/in trägt Verantwortung für das Projekt. Die Präsentation von Patricia Pérez verdeutlichte ausgesprochen gut die Komplexität von Projektmanagement in Unternehmen; besonderes Augenmerk lag auf Planung und Controlling. Zweite Arbeitseinheit Zur Einführung in Projektmanagement in der Entwicklungszusammenarbeit. Doris Blank fragte zunächst die Erwartungen der Teilnehmenden ab, stellte dann Akteure und Projektzyklus in der Entwicklungszusammenarbeit dar. Wichtig: Partizipation der lokalen Bevölkerung, Kommunikation, um die verschiedenen Bilder voneinander und Zielvorstellungen möglichst überein zu bringen, Monitoring. Kleingruppen erarbeiteten dann an Fallbeispielen Projektpläne. Schwerpunkt lag auf der Erarbeitung konkreter Ziele. Die Zielformulierungen waren schwierig, die praktische Vorgehensweise jedoch leichter zu benennen. In der dritten Arbeitseinheit stellten die Teilnehmer/innen einander ihre Projektplanungen vor. Es entwickelten sich lebhafte Diskussionen. (Wir bauen eine Straße - wozu? - um die Lebensqualität im Dorf zu steigern - wie soll denn die Straße das leisten?) Da die Zielformulierungen viel Zeit beansprucht hatten, blieb weniger Zeit für das Thema Monitoring; dies ist eine Steuerung, bei der die jeweiligen Ergebnisse an den Zielen geprüft werden. Das Projekt kann entsprechend weiter geführt oder im Bedarfsfall neu ausgerichtet werden (Monitoring verhindert "immer-so-weiterwurschteln"). Doris Blank arbeitete in einer eigenen Phase noch besonders wichtige Fragen hierzu und zu Projektanträgen, Finanzierung, Qualifikationen für Projektleitung etc. ab. Frau Blank hat es meiner Ansicht nach besonders gut verstanden, die vorhandenen Kompetenzen der Teilnehmer/innen abzufragen, einzubeziehen und die Student/innen sich - wo immer möglich -die Antwort selbst erarbeiten zu lassen. Sie hatte das entsprechend gute feed-back verdient. Vierte Arbeitseinheit: STUBE und Auswertung Inhaltlich konnte noch ergänzt werden zur Frage, wie es weiter gehen könnte bzw. wo man Projektanträge stellen könnte: Die AGEH Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe (katholisch) bietet Seminare zu Projektmanagement an, bei denen das Wissen vertieft werden kann.
Brot für die Welt: www.brot-fuer-die-welt.de Eed, Evangelischer Entwicklungsdienst: www.eed.de Misereor, im europäischen Raum die katholische Dachorganisation CIDSE, in Spanien: manos unidas Ärzte ohne Grenzen Deutsche Welthungerhilfe usw. Warum nicht GTZ? Weil sie die staatliche Agentur ist und ausführt, was von Regierung zu Regierung vereinbart wird. Besonderes Interesse bestand am Sonntagmorgen an den Berichten aus den Lokalkomitees und der Frage, wie man ein Lokalkomitee gründet. Hierüber berieten die Studierenden ausführlich und ermutigten sich gegenseitig zur STUBE-Arbeit. Dies scheint mir ein gutes Indiz für die Wichtigkeit von STUBE zu sein. |
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4. Auswertung Aus der Auswertung: Inhalt und Referentinnen wurden als sehr gut beurteilt, besonderen Anklang fanden die praktischen Beispiele und die Möglichkeit, sich Themen und Antworten selbst zu erarbeiten. Gewünscht wurde eine Fortsetzung des Seminars, weil das Projektmanagement eben doch nur ausschnittweise behandelt werden konnte. Die Studierenden schlugen sogar eine Serie "Projektmanagement" vor. Negativ wurde allerdings angemerkt, dass die gemeinsame Übernachtung fehlte. Das Gemeinschaftserlebnis wäre intensiver gewesen, wenn wir ein Tagungshaus belegt hätten und so den Samstagabend gemeinsam hätten verbringen können. Hierauf hatten wir aus Kostengründen verzichtet. Gerade für unsere Wormser Studierenden, die aber in Mannheim, Ludwigshafen etc. wohnen, war der Fahrtaufwand beträchtlich. Schlussworte: "Ich habe bei diesem Seminar viel verstanden." - "Mein Gott, man kann auch so viel falsch machen und muss an so vieles denken bei Projekten." - "Dieses Seminar war nützlich für mein Studium und für meine Zukunft in meinem Heimatland." Pfarrerin Dr. Erika Mohri 28. November 2006 |
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