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Rogério Hoeffler aus Brasilien
stellte dar, wie das Gesundheitswesen seines Heimatlandes sich
in Kooperation mit Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) auf
die schnell wachsende Epidemie AIDS eingestellt hat. Unter der
Prämisse, dass Prävention und Therapie nicht zu trennen
sind, gehört es zu den Prinzipien des AIDS-Programms, dass
die gesamte Bevölkerung einen garantierten Zugang zu Präventions-
und Therapiemaßnahmen hat. Brasilien hat mit diesem Programm,
das u.a. Aufklärungsarbeit, Zugang zu kostengünstigen
Kondomen und Medikamenten sowie Versicherungsschutz für
gefährdete Bevölkerungsgruppen beinhaltet, den sensationellen
Erfolg erzielt, dass entgegen der Prognose der Weltbank die Zahl
der Neuinfektionen mit HIV stark rückläufig sind. In
der anschließenden lebhaften Diskussion wurde von einer
Teilnehmerin aus Kamerun bewundernd festgestellt, dass es in
Brasilien gelungen ist, für dieses AIDS-Programm eine breite
gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen.
Promise Mtebu aus Südafrika leistete
eine Einführung, warum Frauen sich leichter mit HIV infizieren
können als Männer. Biologische Ursachen, finanzielle
Stellung wie auch überkommene Rollenmuster führen dazu,
dass Frauen sich schlechter schützen können als Männer.
Mtebu wies dabei insbesondere auf die Problematik von schwangeren
HIV-infizierten Frauen hin, die um ihre Kinder fürchten
müssen. |
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In einer Auflistung der Zugangsprobleme zu
Therapien in den jeweiligen Heimatländern und der fünf
größten Gesundheitsprobleme fiel Deutschland aus der
Reihe:. Herz-Kreislauf-Probleme, Krebs und Diabetis u.a. sog.
Zivilisationskrankheiten sind hier typische Probleme, während
die SeminarteilnehmerInnen aus Kamerun, Kenya, Palästina,
Sudan und Togo Malaria, Cholera und eben AIDS nannten. Einigkeit
erzielte das Seminar, dass der Prävention eine enorme Bedeutung
zukommt und zugleich bei der Therapie die hohen Kosten von AIDS-Medikamenten
gesenkt werden müssen, um vielen eine Lebensperspektive
zu bieten. Sourirajan Srinivasan aus Indien stellte in diesem
Zusammenhang die Fima LOCOST (Low Cost Standard Therapeutics)
vor, die Generica zu einem ausgesprochen günstigen Preis
herstellt und so der Pharmaindustrie u.a. das profitable Geschäft
mit patentgeschützten AIDS-Medikamenten verhagelt. |
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Ergebnis dieses Seminars war es, dass man
angesichts von AIDS nicht verzweifeln muss, sondern es durchaus
Wege der Therapie, der Lebensverlängerung gibt, die allen
Menschen möglich sein sollte. Gesundheit ist ein Menschenrecht
und kein Privileg weniger Reicher.
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